10. Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis 2026

Thema: mittendrin. Der Preisstifter Ulrich Grasnick dankt allen Autorinnen und Autoren, die sich mit ihren Gedichten zum Thema „mittendrin“ an der Ausschreibung beteiligt haben. Hierfür hatte er aus seinem dichterischen Werk das Motto gesetzt: „In der Tiefe des Brunnens unsere Gesichter, wir waschen uns wach.“ Die zahlreichen Einsendungen sind weit mehr als ein Ausdruck individueller Kreativität. Es sind Gedichte aus der Mitte unseres Lebens. Sie laden ein, innezuhalten, und öffnen Räume, führen ins unbekannte Eigene und in die Welt hinaus. Mitten im Handeln, mitten im Leben, mitten im Nichtstun stets sind wir beteiligt: im Kleinen und Großen. Im Hier und Dort, im Jetzt und Einst. Insofern lässt sich „mittendrin“ als vielfältigen Raum begreifen, der kein Außen markiert und auf ein Dasein verweist, aus dem wir uns nicht herausrechnen können. Mittendrin sein wirkt als Haltung, unterschiedlich gewichtet, aus Teilnahme und Wahrnehmung zugleich. Die Jury traf ihre Entscheidung Die Jurysitzung zur Vergabe des diesjährigen Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis zum Thema „mittendrin“ fand am Sonnabend, 13. Juni 2026, im Berliner Humboldt-Forum Berlin statt. Die vom Preisstifter Ulrich Grasnick berufenen Juroren sichteten und bewerteten 486 Zusendungen von 243 deutschsprachigen Autorinnen und Autoren im Alter über 16 Jahren. Der Jury gehörten an: York Freitag (Vorsitz), Leonie Köhler, Bianca Körner, Katharina Körting, Michael Manzek und Dr. Martin A. Völker. Ihre Bewertung von jeweils zwei Gedichten, anonymisiert, folgte dem vom Preisstifter Ulrich Grasnick vorgegebenem poetischen Leitmotiv: „In der Tiefe des Brunnens unsere Gesichter, wir waschen uns wach“ sowie den Kriterien: dichterische Eigenständigkeit, Einfallsreichtum, sprachlicher Ausdruck, Bildhaftigkeit. Nominiert für den Preis wurden Diener, Alexander (Berlin), Eichner, Cornelia (Dresden), Gastel, Alex M. (Berlin), Hübschmann, Wernfried (Hausen im Wiesental), Jensen, Anne M. O. (Málaga, Spanien),

Preisträgerin und Preisträger des Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis 2026

Alexander Diener (Berlin)

Platz 1

Cornelia Eichner (Dresden)

Platz 2

Preisverleihung und Autorenlesung Die Preisverleihung ist verbunden mit einer öffentlichen Lesung der Preisträger und weiterer Autorinnen und Autoren. Zur Preisverleihung und Lesung sind alle Teilnehmer an der Ausschreibung eingeladen. Sie findet am 9.Oktober 2026 in Berlin statt Veranstalter ist das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin. Einladungen werden versendet. Aktuell informieren wir hierzu über Ort und Zeit auch im Internet. Zeitnah erscheinen im KLAK Verlag die Preisgedichte und weiteren Wettbewerbsbeiträge in einer Anthologie. Die ausgezeichneten Gedichte
Kerner, Joachim F. (Berlin), Oberhofer, Franz (Schwabsoien), Schmidt, Manuel (Augsburg), Schnabel, Sigune (Düsseldorf), Springer, Valerie (Neulengbach, Österreich).

Alexander Diener (Berlin), Platz 1

Zwillen sind hier verboten
du spuckst Tauwasser auf Fingerkuppen und reibst Schlafkrümel aus Astlöchern dem Spiegel wächst Rinde Jahresringe unter deinen Augen du wühlst in deiner Kindheit nach einem Taschenmesser schnitzt dir ein Gesicht schüttelst die Nester aus deinen Achselhöhlen Späne und zwitschernde Eierschalen auf den Fliesen

Cornelia Eichner (Dresden), Platz 2

lebensprobe
die wasser sind gefallen. die fischerin stand am ufer und warf die netze in den wind. bring mir noch einmal von eurem brunnen, sagte die großmutter, ehe sie starb mit dem wasser der schwiegerfrau im leib. die fischerin zog die netze und nahm den himmel mit, stern für stern schmeckten wir ihn aus dem tag an das ufer der nacht. dort stand die großmutter mit der schwiegerfrau und sah die fischerin gefallen. noch einmal bring mir aus dem brunnen wasser, sagte sie, und der himmel starb stern für stern im leib der fischerin, die netze in den wind warf für das wasser im brunnen

10. Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis

2026

Thema: mittendrin. Der Preisstifter Ulrich Grasnick dankt allen Autorinnen und Autoren, die sich mit ihren Gedichten zum Thema „mittendrin“ an der Ausschreibung beteiligt haben. Hierfür hatte er aus seinem dichterischen Werk das Motto gesetzt: „In der Tiefe des Brunnens unsere Gesichter, wir waschen uns wach.“ Die zahlreichen Einsendungen sind weit mehr als ein Ausdruck individueller Kreativität. Es sind Gedichte aus der Mitte unseres Lebens. Sie laden ein, innezuhalten, und öffnen Räume, führen ins unbekannte Eigene und in die Welt hinaus. Mitten im Handeln, mitten im Leben, mitten im Nichtstun stets sind wir beteiligt: im Kleinen und Großen. Im Hier und Dort, im Jetzt und Einst. Insofern lässt sich „mittendrin“ als vielfältigen Raum begreifen, der kein Außen markiert und auf ein Dasein verweist, aus dem wir uns nicht herausrechnen können. Mittendrin sein wirkt als Haltung, unterschiedlich gewichtet, aus Teilnahme und Wahrnehmung zugleich. Die Jury traf ihre Entscheidung Die Jurysitzung zur Vergabe des diesjährigen Ulrich-Grasnick- Lyrikpreis zum Thema „mittendrin“ fand am Sonnabend, 13. Juni 2026, im Berliner Humboldt-Forum Berlin statt. Die vom Preisstifter Ulrich Grasnick berufenen Juroren sichteten und bewerteten 486 Zusendungen von 243 deutschsprachigen Autorinnen und Autoren im Alter über 16 Jahren. Der Jury gehörten an: York Freitag (Vorsitz), Leonie Köhler, Bianca Körner, Katharina Körting, Michael Manzek und Dr. Martin A. Völker. Ihre Bewertung von jeweils zwei Gedichten, anonymisiert, folgte dem vom Preisstifter Ulrich Grasnick vorgegebenem poetischen Leitmotiv: „In der Tiefe des Brunnens unsere Gesichter, wir waschen uns wach“ sowie den Kriterien: dichterische Eigenständigkeit, Einfallsreichtum, sprachlicher Ausdruck, Bildhaftigkeit. Nominiert für den Preis wurden Diener, Alexander (Berlin), Eichner, Cornelia (Dresden), Gastel, Alex M. (Berlin), Hübschmann, Wernfried (Hausen im Wiesental), Jensen, Anne M. O. (Málaga, Spanien), Kerner, Joachim F. (Berlin), Oberhofer, Franz (Schwabsoien), Schmidt, Manuel (Augsburg), Schnabel, Sigune (Düsseldorf), Springer, Valerie (Neulengbach, Österreich).

Preisträgerin und Preisträger

des Ulrich-Grasnick-Lyrikpreises 2026

Alexander Diener (Berlin)

Platz 1

Cornelia Eichner (Dresden)

Platz 2

Preisverleihung und Autorenlesung Die Preisverleihung ist verbunden mit einer öffentlichen Lesung der Preisträger und weiterer Autorinnen und Autoren. Zur Preisverleihung und Lesung sind alle Teilnehmer an der Ausschreibung eingeladen. Sie findet am 9.Oktober 2026 in Berlin statt Veranstalter ist das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin. Einladungen werden versendet. Aktuell informieren wir hierzu über Ort und Zeit auch im Internet. Zeitnah erscheinen im KLAK Verlag die Preisgedichte und weiteren Wettbewerbsbeiträge in einer Anthologie.
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Alexander Diener (Berlin), Platz 1

Zwillen sind hier verboten

Cornelia Eichner (Dresden), Platz 2

lebensprobe
die wasser sind gefallen. die fischerin stand am ufer und warf die netze in den wind. bring mir noch einmal von eurem brunnen, sagte die großmutter, ehe sie starb mit dem wasser der schwiegerfrau im leib. die fischerin zog die netze und nahm den himmel mit, stern für stern schmeckten wir ihn aus dem tag an das ufer der nacht. dort stand die großmutter mit der schwiegerfrau und sah die fischerin gefallen. noch einmal bring mir aus dem brunnen wasser, sagte sie, und der himmel starb stern für stern im leib der fischerin, die netze in den wind warf für das wasser im brunnen
du spuckst Tauwasser auf Fingerkuppen und reibst Schlafkrümel aus Astlöchern dem Spiegel wächst Rinde Jahresringe unter deinen Augen du wühlst in deiner Kindheit nach einem Taschenmesser schnitzt dir ein Gesicht schüttelst die Nester aus deinen Achselhöhlen Späne und zwitschernde Eierschalen auf den Fliesen